10. September 2025
Renaturierung der Erms in Bad Urach – Vom Kanal zurück zum lebendigen Fluss
© Irina Rempp, sanderfotodesignAuf der aktuellen Baustelle zur Renaturierung der Erms in Bad Urach zeigt sich der Wandel im Wasserbau besonders eindrücklich: Ein Bagger hebt tonnenweise massive Steine aus dem Fluss, die über Jahrzehnte hinweg das Ufer befestigten. Früher wurden Flüsse wie die Erms oft wie Kanäle behandelt – die Sohle wurde begradigt, die Ufer und Böschungen mit schweren Steinen oder Beton eingefasst, um Hochwasser kontrollierbarer zu machen und den Fluss in ein festes Bett zu zwingen.
Heute verfolgen wir einen anderen Ansatz: Die harten Befestigungen werden aufgebrochen und entfernt, um dem Gewässer wieder mehr Raum und Dynamik zurückzugeben. Die Steine werden dabei selbstverständlich nicht entsorgt, sondern für verschiedene Maßnahmen wiederverwendet – allerdings in einer anderen Art, um naturnahe Strukturen und ökologische Aufwertungen zu schaffen. Als zentrales Ziel im heutigen Flussbau gilt eine naturnahe, eigendynamische Gewässerentwicklung. Dazu gehören ökologisch motivierte Gewässerentwicklungsmaßnahmen, welche Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen.
So soll die Erms wieder zu einem lebendigen Fluss werden, mit abwechslungsreichen Uferzonen, natürlicher Strömung und wertvollen Rückzugsräumen für die Natur. Die großen Steinberge auf der Baustelle sind sichtbare Symbole für den Abschied von einem alten Verständnis der Gewässerbewirtschaftung und für den Beginn einer ökologisch orientierten Flussentwicklung.
© Irina Rempp, sanderfotodesign









